Foto: K.U.Schroeter, Zierenberg

Sinn

- dem Leben eine Richtung geben

 „Der Mensch ist ein Sinnwesen“, so hat es Victor Frankl, ein berühmter Psychiater aus Österreich, definiert.

Ein kurzer Ausflug in seine Erkenntnisse:

Er hatte seine Praxis im 19.Jahrhundert in Los Angeles. Seine Patienten waren die Reichen, Gebildeten, Musiker, Schauspieler, Künstler.

Viele aus dieser Gesellschaftsschicht saßen in seiner Praxis und hatten ein absolutes Sinnlosigkeitsgefühl, was so stark war, dass sie verzweifelt waren, nicht schlafen konnten, Selbstmordgedanken hatten.

Frankl suchte nach den Gründen. Warum sind diese Menschen so verzweifelt? Erst einmal fand er keinen Grund. Denn äußerlich gesehen hatten diese Menschen alles.

Bis ihm schließlich klar wurde: diese Menschen sind von einem großen existentiellen Vakuum gepackt. Einer inneren Leere. Sie wissen nicht, wozu sie leben.

Und dieses Sinnlosigkeitsgefühl kann so stark werden, dass es letztlich krankhaft wird.

Aber wieso erkranken Menschen, nur weil sie keinen Sinn in ihrem Leben sehen? Frankl: weil wir Sinn-Wesen sind. Und deshalb brauchen wir eine Antwort auf die Sinnfrage. Ein sinnvolles Leben zu führen ist Teil unseres Betriebssystems.

Und von diesem Hintergrund her hat Frankl dann eine Sinn-Therapie entwickelt.

Es gibt drei Sehnsüchte, die Gott in den Menschenhineingelegt hat.

Das ist 1) eine schier unstillbare Sehnsucht, geliebt zu werden. Wir sehnen uns nach Anerkennung und dass uns jemand wert-schätzt.

2) die Sehnsucht nach Sinn. Macht es Sinn, dass ich da bin?

Und 3) die Sehnsucht nach Ewigkeit; wir sehnen uns in der Tiefe unseres Herzens nach einem Leben ohne Verfallsdatum. Dass wir nicht einfach vom Tod vernichtet werden; diese Hoffnung ist ganz tief in uns angelegt. „Was kommt nach dem Sterben? Zerfällt der Körper nur zu Staub?“

Und die Erkenntnis von Viktor Frankl ist:

Wir sind alle Sinnwesen, ob wir nun gläubig sind oder nicht gläubig, oder noch nicht gläubig.

Wohin geht die Reise? Das Ziel unseres Lebens ist nicht der Tod. Rein biologisch gesehen geht die Reise nämlich dort hin.

Und ohne Gott ist das Leben ein Tanz auf der Falltür des Nichts. Und das ist unerträglich. Aber das ist nicht Gottes Plan.

Wir sind geschaffen, tief in unserem Herzen, mit einer Ahnung, dass es tatsächlich so etwas wie Leben gibt ohne Verfallsdatum.

Es gibt ein letztes Ziel und das ist die ewige Gemeinschaft mit Gott.

Jemand hat einmal einen kurzen Vierzeiler geschrieben, der das ganz gut ausdrückt und für ihn so eine Art „Lebensmotto“ geworden ist:


Ich bin keiner von den Frommen,

die ganz sicher in den Himmel kommen!

Ich lebe von dem Wissen:

Gott würde mich vermissen.


Wir fallen nach unserem Tod nicht in ein namenloses Nichts. Jesus erwartet uns. Er ist uns vorausgegangen, hat Quartier für uns gemacht, und es wird ein großes, schönes, rauschendes, endloses Fest werden. Die Tränen sind abgewischt, Krankheiten sind geheilt, Schuld ist vergeben. Alle können mit allen einen neuen Anfang machen.

Das ist der Sinn des Lebens: Diese Gemeinschaft mit Jesus, mit Gott, ach mit alle denen, die da in der jenseitigen Welt schon sind, auch unsere Lieben, die Verstorbenen, die uns erwarten. Zu diesem Glauben hat Jesus uns die Brücke gebaut.

Die kosmologische Dimension der Bibel verbindet das Geschehen auf der Erde mit dem ewigen Bewusstsein Gottes. Hinter der Dynamik im Universum steht eine Entwicklung, die Gott selbst mit einschließt. Das Weltall entwickelt sich einem dem Kosmos innewohnenden Plan gemäß.

Der Sinn des Universums

aus: Kai-Uwe Schroeter, Zur Mitte des Universums (Libri)

Es scheint sich im Universum etwas Großes zu tun – und wir sind ein Teil davon!

Ist dieser Gedanke nur eine faszinierende Theorie? Was bedeutet er für das Bewusstsein des Menschen? Das Leben bekommt eine ganz neue Qualität, wenn sich ein Mensch als Teil des göttlichen Universums begreifen kann – und nach seiner praktischen Bestimmung in dieser Welt fragt.

Faszinierend ist der Gedanke, dass wir an der Zukunft des Universums teilhaben! Als unsterbliche Seelen, mit einer neuen Leiblichkeit versehen. Wie auch immer das ewige Leben aussehen wird, phantastisch ist die Vorstellung, dass wir als Individuen weiterexistieren. Nicht körperlos, nicht ohne Zeit, aber nicht mehr an Raum und Zeit gebunden, wie wir es bislang kannten.